Das Netzwerk

Stimmen von der Gründungstagung:
Auf unserer Gründungstagung haben wir Teilnehmende befragt, warum sie beim Netzwerk mitmachen wollen und was sie sich dabei erhoffen:

 

Mit dem Netzwerk, das im März 2017 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) in Düsseldorf gegründet wurde, wollen wir innerhalb der deutschsprachigen Kommunikationswissenschaft einen Raum schaffen für kritische wissenschaftliche Forschung und Lehre über Medien und Kommunikation.

Die Notwendigkeit Kritischer Kommunikationswissenschaft liegt in der Realität des Mediensystems begründet (Kommodifizierung, Ideologisierung, Arbeitsbedingungen etc.). Kritische Kommunikationswissenschaft findet aufgrund der jahrzehntelangen Marginalisierung im deutschsprachigen Raum zurzeit eher in benachbarten Disziplinen sowie international statt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines eigenen Netzwerks.

Unter Kritischer Kommunikationswissenschaft verstehen wir Forschung mit einem Bezug zu Gesellschaftstheorie und Kapitalismusanalyse, mit einem Fokus auf Herrschaftsformen und Machtungleichgewichte, mit einem Verständnis von der historischen Gewordenheit gesellschaftlicher Verhältnisse und mit der Perspektive auf deren Transformation. Daraus ergibt sich notwendig ein Praxisbezug im Sinne einer engagierten Wissenschaft.

Die so verstandene Kritische Kommunikationswissenschaft umfasst verschiedene Theorietraditionen, wie die kritische Politische Ökonomie der Medien und der Kommunikation, die kritischen Cultural Studies, den Autonomen Marxismus, die Frankfurter Schule, postmoderne und feministische Medientheorien, kritische Praxistheorie, aber auch kritische psychologische/psychoanalytische Ansätze. Auch viele aktuelle Initiativen wie Platform Cooperativism, Free/Libre Open Source Software, Adbusting, Medienreformbewegungen, Non-Profit Free Open Access und Alternative Medien sind in diesem Kontext zu verorten.

Wir wollen uns die bestehende theoretische und empirische Forschung aneignen und diese weiterentwickeln. Dazu wollen wir uns über aktuelle und wiederentdeckte Literatur austauschen, diese auf gemeinsamen Workshops und Tagungen aufarbeiten, kritisch diskutieren, darauf beruhende eigene Arbeiten vorstellen sowie weitere Forschungsprojekte anstoßen. Um die Perspektive der Kritischen Kommunikationswissenschaft auch in der universitären Lehre zu stärken, wollen wir geeignete Seminarpläne und Lehrkonzepte entwickeln und einander bei deren Umsetzung beraten.

 

Zur Gründung des Netzwerks Kritische Kommunikationswissenschaft riefen im März 2017 Thomas Allmer (Uni Stirling), Sevda C. Arslan (Uni Mannheim), Nils S. Borchers (Uni Leipzig), Ada Fehr (FU Berlin), Christian Fuchs (Uni Westminster), Uwe Krüger (Uni Leipzig), Kerem Schamberger (LMU München), David Schieferdecker (Uni Mannheim), Armin Scholl (Uni Münster), Sebastian Sevignani (Uni Jena), Christian Strippel (FU Berlin) und Manfred Knoche (Uni Salzburg) auf. Zum Gründungstreffen kamen über 30 Interessierte, auf dem Mailverteiler sind mittlerweile 170 Personen angemeldet (Stand Oktober 2017).

Interviews über das Netzwerk finden sich im Onlinemagazin Telepolis (interviewt wurde Sebastian Sevignani. Juli 2017) sowie in der Tageszeitung neues deutschland (Sevda Can Arslan und Marlen van den Ecker).

 

Wie geht’s weiter?
Die 2. Jahrestagung des Netzwerks Kritische Kommunikationswissenschaft findet vom 29. November bis 1. Dezember 2018 zum Thema „Ideologiekritik“ am IfKW München statt. Als Keynote-Vortragenden konnten wir bislang Prof. Dr. Stephan Lessenich (LMU München) gewinnnen. Weitere Pläne werden zeitnah an dieser Stelle veröffentlicht. 

Zum bisherigen Organisationsteam stießen Natalie Berner, Julia Polkowski, Aljoscha Paulus und Mandy Tröger hinzu. Das Orga-Team sucht allerdings noch nach weiteren Mitstreiter_innen.  Nach der nächsten Tagung soll ein Sammelband entstehen.

Es haben sich Arbeitskreise gebildet, die Unterthemen autonom bearbeiten.
Bisherige Arbeitskreise:

AK 1: Kritische Lehre
(Ansprechperson:
Kerem Schamberger),

AK 2: Kritische Politische Ökonomie der Medien und der Kommunikation (Ansprechpersonen: Sebastian Sevignani und Aljoscha Paulus)

AK 3: Kritische Empirie in den Kommunikationswissenschaften

AK 4: Kritik des Journalismus
(Ansprechperson:
Uwe Krüger),

AK 5: Gesellschaftstheorie/n in der KoWi
(Ansprechperson: 
Marlen van den Ecker)

AK 6 Kritische strategische Kommunikation
(Ansprechpersonen:
Dimitrij Umansky und Melanie Malczok).

Innerhalb der Arbeitskreise können u.a. Texte gemeinsam gelesen, Erfahrungen ausgetauscht, Panelbeiträge vorbereitet und Publikationen angefertigt werden. Wer sich einzelnen AK anschließen möchte, kontaktiere bitte die Ansprechpersonen. Wer gerne weitere AK gründen würde, kontaktiere bitte eine Person aus dem Orga-Team.

Außerdem soll sich KriKoWi weiter vernetzen. Zur Werbung gibt es KriKoWi-Flyer und -Visitenkarten. (Ansprechperson: Marlen van den Ecker).

 

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